Fledermäuse Willkommen!
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Arten in Rheinland-Pfalz

Von 24 in Deutschland heimischen Fledermausarten leben immerhin noch 20 in Rheinland-Pfalz. Ehemals ansässige Arten, wie die Kleine Hufeisennase, sind in RLP heute ausgestorben. Ihre größere Verwandte, die Große Hufeisennase, sucht nur noch in kleinen Zahlen Überwinterungsquartiere bei uns auf. Wochenstuben gibt es bei uns nicht mehr. In den folgenden Kapiteln werden die rheinland-pfälzischen Fledermausarten näher vorgestellt.

Die Zwergfledermaus Pipistrellus pipistrellus

Gewicht: 3-8g
Körpergröße: 33-50 mm
Spannweite: 19 cm

Foto: Christian Jungmann

Motto: „Ich bin so klein, dass ich nicht nur in eine Streichholzschachtel passe, sondern auch in die engsten Spalten an Häusern.“

Die Zwergfledermaus ist die zweitkleinste einheimische Fledermausart. Die Ohren und Flughäute sind schwärzlich gefärbt. Auch das Fell auf dem Rücken ist schwarz- bis fahlbraun. Nur der Bauch setzt sich etwas heller ab.
In Dörfern, Städten und auch im Zentrum von Großstädten sind Zwergfledermäuse recht häufig anzutreffen. Meist jagen sie dort in Parks, Alleen, Obstgärten und anderen Gartenanlagen nach kleinen Fluginsekten wie Sackträgermotten, Fenstermücken und echten Fliegen. Trotz ihrer geringen Größe können sie erstaunlich große Beutetiere verzehren.
Zwergfledermäuse bevorzugen enge Quartiere und verkriechen sich oft so, dass sie mit Rücken und Bauch Kontakt zu den Wänden haben. Sommerquartiere finden sich in den unterschiedlichsten Spalten mit geeignetem Mikroklima, z.B. hinter Fensterläden, in Rollladenkästen, in Wand- und Dachverkleidungen, seltener aber auch in hohlen Bäumen oder unter loser Rinde. Auch an Neubauten sind Quartiere dieser Art zu finden.
Sie bilden Kolonien von meist mehr als 20 Tieren. Diese Art wechselt häufiger das Wochenstubenquartier, die Jungtiere werden dabei von den Müttern getragen.
Winterquartiere befinden sich oft zwischen Gestein in Gebäuden, Mauern, Felswänden, seltener in Felshöhlen; aber auch in Baumhöhlen, Holzstapeln und Wandverkleidungen überwintern die Tiere.

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Die Mückenfledermaus Pipistrellus pygmaeus

Gewicht: 3-7 g
Körpergröße: 33-45 mm
Spannweite: 19 cm

Foto: Francois Schwab

Motto: „Ich bin die kleinste unter den einheimischen Fledermäusen und wurde erst im Jahr 2000 das erste Mal beschrieben.“

Die Mückenfledermaus ist die kleinste einheimische Fledermausart. Lange Zeit wurde sie nicht als eigene Art erkannt und zu den Zwergfledermäusen gezählt. Molekularuntersuchungen und ihre deutlich höheren Ortungsrufe, die bei 55 kHz die größte Intensität besitzen, zeigten jedoch, dass es sich um eine eigene Art handelt. Äußerlich ist sie der Zwergfledermaus jedoch zum Verwechseln ähnlich. Erste Untersuchungen ergaben aber, dass die neue Art im Durchschnitt etwas kleiner ist als die Zwergfledermaus. Somit ist sie die kleinste einheimische Fledermaus überhaupt
Da seit der Anerkennung der Mückenfledermaus als eigene Art erst wenige Jahre vergangen sind, ist das Wissen über die Ökologie und exakte Verbreitung noch sehr lückenhaft. Allerdings zeichnet sich ab, dass die Mückenfledermaus in ganz Europa vorkommt und vermutlich sogar eine weitere Verbreitung aufweist als die Zwergfledermaus, da ihr Vorkommen weiter in den Norden reicht.
Wie die Zwergfledermaus jagt sie in allen Vegetationsschichten in einigen Metern Abstand zur Vegetation im schnellen, wendigen Flug in einer Höhe von 3 bis 6 m. In Südwestdeutschland wurde eine ähnliche Quartiernutzung wie bei der Zwergfledermaus beobachtet: Spaltenquartiere an und in Gebäuden oder baulichen Einrichtungen am Ortsrand oder im Wald. Ansonsten scheint die Biologie der Mückenfledermaus sehr ähnlich der Zwergfledermaus zu sein. Als Nahrung bevorzugt sie Zuck- und Bartmücken.

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Die Rauhhautfledermaus Pipistrellus nathusii

Gewicht: 6-12 g
Körpergröße: 46-54 mm
Spannweite: 23 cm

Foto: Francois Schwaab

Motto: „Ich gehöre zu den Zwergen unter den Flugakrobaten, meine teilweise behaarte Schwanzflughaut lässt mich aber viel größer wirken.“

Die Rauhhautfledermaus ist etwas größer als die ähnliche Zwergfledermaus. Die Fellfarbe ist auf dem Rücken eher braun und geht bauchseitig in ein graubraun über. Die Oberseite der körpernahen Schwanzflughaut ist stark behaart, dadurch erscheint das Tier größer.
Wochenstuben finden sich hauptsächlich in Baumhöhlen, Fledermauskästen oder aber auch in engen Spalten an Gebäuden. In den Wochenstuben finden sich 50 - 200 Weibchen zusammen und es werden meist Zwillinge geboren. Ihre Jagdbiotope liegen oft in Gewässernähe, im Winterhalbjahr aber auch innerhalb von Städten im Bereich von Straßenlampen, in Parks, entlang von Hecken und an Waldrändern, wo sie kleine Fluginsekten wie Zweiflügler, Kleinschmetterlinge oder Schnaken fängt.
Den Winter verbringen die Tiere häufig in Holzstapeln, aber auch in und an Gebäuden, Mauerspalten, in Baumhöhlen oder unter loser Rinde. Höhlen und Stollen werden eher selten als Überwinterungsquartier genutzt.

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Die Zweifarbfledermaus Vespertilio murinus

Gewicht: 17-35 g
Körpergröße: 62-80 mm
Spannweite: 29 cm

Foto: Christian Jungmann

Motto: „Nicht nur, weil ich so selten bin, sondern auch wegen meinem wunderschönen Fell sind Fledermausschützer immer begeistert, wenn sie mich mal entdecken.“

Die Zweifarbfledermaus ist eine mittelgroße Art und fällt vor allem durch ihre Fellfärbung auf. Sie besitzt recht langes, dichtes Fell, das auf dem Rücken deutlich zweifarbig ist. Die Haarwurzeln sind schwarzbraun und die Haarspitzen deutlich silbern-weißlich gefärbt. Die Bauchseite setzt sich dagegen deutlich weißgrau ab, Ohren, Gesicht und Flügel sind schwarzbraun. Die kurzen kräftigen Ohren mit dem breiten kurzen Tragus (Ohrdeckel) sind deutlich abgerundet. Eine breite Ohrfalte zieht sich fast bis zum Mundwinkel.
Eine Besonderheit der Zweifarbfledermaus ist, dass sie als einzige europäische Fledermausart 2 Paar Zitzen besitzt. Die Weibchen bekommen ab Juni in der Regel Zwillinge oder sogar 3 Jungtiere.
Einzigartig ist auch, dass die Männchen den Sommer über größere Kolonien bilden, als die Weibchen. Während sich in einer Wochenstube meist nur bis zu 50 Weibchen aufhalten, können die Männchenkolonien auf über 200 Tiere anwachsen. Die Nachweise in Deutschland sind selten und es werden meist nur Einzeltiere gefunden. Ursprünglich wohl hauptsächlich im felsigen bewaldeten Bergland beheimatet, findet sie heute auch an Hochhäusern in Großstädten Quartiere, die an Felsen erinnern. An Gebäuden zieht sie sich in Spalten und Mauerritzen zurück und fliegt in der späten Dämmerung aus, um Zuckmücken und Blattläuse zu fangen.

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Die Breitflügelfledermaus Eptesicus serotinus

Gewicht: 17-35 g
Körpergröße: 62-80 mm
Spannweite: 35 cm

Foto: Christian Jungmann

Motto: „Ich gehöre zwar zu den größten einheimischen Fledermäusen, werde in meinen engen Spalten an Häusern trotzdem oft übersehen.“

Die Breitflügelfledermaus zählt zu den größten einheimischen Fledermausarten. Ihr Rückenfell ist dunkelbraun gefärbt und hat glänzende Haarspitzen. Die Unterseite setzt sich dagegen gelbbraun ab. Die kurzen schwarzbraunen Ohren weisen einen kurzen Ohrdeckel auf. Dieser ist deutlich kürzer, als der Ohrdeckel der Myotis-Arten, jedoch länger, als beim Abendsegler. Auffällig ist, dass die letzten anderthalb Schwanzwirbel außerhalb der Schwanzflughaut liegen. Die Flügel sind, wie der Name bereist nahe legt, sehr breit und wie alle anderen nackten Hautteile schwarzbraun gefärbt.
Die Breitflügelfledermaus lebt oft in Siedlungsgebieten mit Parks oder offenem Gelände mit Baumgruppen und zählt zu den absoluten Kulturfolgern unter den Fledermäusen. Dabei bevorzugt sie Spalten an Gebäuden und Mauern oder Baumhöhlen als Sommer- und Winterquartiere. In den Wochenstuben finden sich selten mehr als 50 Tiere zusammen. Sie fliegt relativ früh in der Dämmerung aus, um große Fluginsekten, wie Käfer, zu jagen.

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Die Nordfledermaus Eptesicus nilsonii

Gewicht: 8-13 g
Körpergröße: 48-54 mm
Spannweite: 27 cm

Foto: A. Zahn

Motto: „Ich verstecke mich gerne hinter Schieferverkleidungen, entdeckt werde ich dort aber nur selten.“

Die mittelgroße Nordfledermaus besitzt ein sehr langes Fell. Das an der Basis dunkelbraune Haar besitzt am Rücken goldene Spitzen. Der Nacken ist relativ dunkel, wobei der Scheitel auf dem Kopf wieder die typisch goldenen Haarspitzen aufweist. Der Bauch ist deutlich heller gefärbt, setzt sich aber nur im Nackenbereich sichtbar von der Oberseite ab. Die nichtbehaarten Hautteile sind alle braunschwarz. Die kurzen Ohren weisen einen ebenfalls kurzen und breiten Ohrdeckel auf.
Die Nordfledermaus ist weltweit die einzige Fledermausart, die sich nördlich des Polarkreises fortpflanzt. Bei uns ist auch sie ein Kulturfolger und bildet zusammen mit 20 bis 50 Weibchen Wochenstuben in Spalten an Gebäuden, bevorzugt unter Schiefer- oder Blechverkleidungen.
Ihr Quartier verlässt sie in der frühen Abenddämmerung, um im freien Luftraum Zweiflügler, Schmetterlinge oder Netzflügler zu fangen.

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Der Große Abendsegler Nyctalus noctula

Gewicht: 18-45 g
Körpergröße: 65-82 mm
Spannweite: 36 cm

Foto: Francois Schwaab

Motto: „In der Abenddämmerung jage ich mancherorts gemeinsam mit den Mauerseglern. Die Menschen halten mich dann oft für einen Vogel.“

Neben dem Großen Mausohr gehört der Große Abendsegler zu den größten einheimischen Fledermausarten. Die Ohren sind im Gegensatz zu den Myotis-Arten kurz und rundlich. Das Haar ist rost- bis gelbbraun gefärbt. Anhand der schmalen Flügel lässt sich diese Art relativ sicher im Flug bestimmen.
Der Große Abendsegler bevorzugt als Lebensraum die Ebene, stellenweise ist er eine der häufigsten Fledermausarten. Man findet ihn sowohl in Laub- und Mischwäldern, als auch in Parklandschaften und Feldgehölzen mit Altholzbeständen, er bevorzugt aber die Gewässernähe. Der Abendsegler ist mancherorts eine richtige „Stadtfledermaus“ und so entdeckt man ihn sehr häufig in Ortschaften. Ihre Wochen richten sich gerne in alten Baumhöhlen ein, die über dem Einflugloch ausgefault sind. Aber auch in Fledermauskästen ziehen sie ein. In den Wochenstuben versammeln sich zwischen 10 und 50 Tiere.
Überwinterungsquartiere sind typischerweise hohle Bäume oder geschützte Hohlräume und Spalten an Gebäuden. Oft werden auch warme Nischen in oder an Kaminen bezogen. Nur ausnahmsweise überwintern Große Abendsegler in sehr geräumigen Felshöhlen.
Als Nahrung dienen den Abendseglern Fluginsekten, wie Zweiflügler (Schnaken, Zuckmücken), Köcher-, Eintagsfliegen, Nachtschmetterlinge, Käfer und Hautflügler.

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Der Kleine Abendsegler Nyctalus leisleri

Gewicht: 14 - 22 g
Körpergröße: 50 - 68 mm
Spannweite: ca. 27 cm

Foto: Francois Schwaab

Motto: „Ich sehe meinem großen Verwandten total ähnlich, bin aber in Städten fast nie zu sehen.“

Der kleine Abendsegler zählt zu den mittelgroßen Arten und sieht dem großen Abendsegler, abgesehen von der Größe, sehr ähnlich. Die Schnauze wirkt jedoch insgesamt etwas spitzer. Im Sommerhalbjahr fallen die Buccaldrüsen (= Wangendrüsen zum Einfetten der Haut) auf, die im Winter unauffällig sind.
Er bevorzugt ausgedehnte Waldgebiete, auch im Gebirge, sowie großräumige Parklandschaften mit Altholzbeständen. Er wird eher seltener in Städten gefunden und ist, stärker als der Große Abendsegler, auf Baumhöhlen angewiesen. Außerdem bezieht er aber auch Fledermaus- und Vogelnistkästen. An Gebäuden werden nur selten Quartiere gefunden. Die Überwinterungsgäste bleiben in der Regel unentdeckt: Sie befinden sich in Vogelnistkästen, gestapeltem Holz, an Gebäuden und in Baumhöhlen. Die Wochenstuben bestehen meist aus weniger als 50 Weibchen, welche 1 bis 2 Junge bekommen. Wie sein großer Verwandter fliegt auch er im Herbst manchmal schon an Nachmittagen aus. Entlang von hellbeleuchteten Straßen in Ortschaften aber auch über Gewässern, an Waldlichtungen, zwischen lockeren Baumbeständen und entlang von Waldrändern jagt er dann Nachtschmetterlinge, Zweiflügler (Schnaken), Köcherfliegen und Käfer.
Er überwintert oft einzeln. Winterkolonien können aber auch bis 30 Individuen zählen. Er wird auch in Gesellschaft mit anderen Arten gefunden (z.B.: Rauhhautfledermaus oder Großer Abendsegler). Auch ihm macht Kälte wenig aus und so bleibt er im Winter auch bei Temperaturen unter 0° C noch in Vogelnistkästen.

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Die Mopsfledermaus Barbastella barbastellus

Gewicht 6 - 12 g
Körpergröße: 44 - 58 mm
Spannweite: ca. 26 cm

Foto: Christian Jungmann

Motto: „Viele kennen mich aus der Zeitung, dabei lebe ich am liebsten ganz unbemerkt im Wald hinter der losen Rinde von abgestorbenen Bäumen.“

Die Mopsfledermaus ist mittelgroß und mit ihrem mopsartigen Gesicht absolut unverwechselbar. Das seidige Fell ist sehr dicht und schwarz gefärbt. Die Mopsfledermaus ist nirgendwo in Europa wirklich zahlreich anzutreffen und steht daher unter besonderem Schutz. Sie bevorzugt waldreiche Gebiete als Lebensraum und für die Jagd. Als Quartier dienen ihr enge Spalten und Ritzen. Diese können an Gebäuden hinter Fensterläden bezogen werden, meist findet man die kleinen Wochenstuben (selten mehr als 20 Tiere) aber hinter der abstehenden Rinde toter Bäume. Mopsfledermäuse jagen bereits in der frühen Abenddämmerung im schnellen Flug in Baumkronen nach kleinen Fluginsekten.

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Das Graue Langohr Plecotus austriacus

Gewicht: 6 - 12 g
Körpergröße: 44 - 53 mm
Spannweite: ca. 25 cm

Foto: Francois Schwaab

Motto: „Eine echte Kirchgängerin bin ich, denn ein geeignetes Quartier finde ich fast nur noch in Dachböden von Kirchen.“

Das Graue Langohr ist eine mittelgroße Fledermausart und mit seinen riesigen Ohren nur mit dem eng verwandten Braunen Langohr (Plecotus auritus) zu verwechseln. Die Felloberseite ist, wie der Name schon sagt, allerdings meist deutlicher grau gefärbt. Schlafend verbergen sie ihre Ohren unter den Unterarmen, so dass nur die Ohrdeckel, kleine Ohren vortäuschend, nach vorne stehen. Die nach hinten gekrümmten Ohren von sitzenden Tieren erinnern an Widderhörner. Im Flug werden die Ohren jedoch gestreckt nach vorne gehalten.
Ähnlich dem Großen Mausohr gehört das Graue Langohr zu den absoluten Kulturfolgern unter den Fledermäusen. Auch sie bilden ihre Wochenstuben bevorzugt in großräumigen und nicht ausgebauten Dachböden. Dabei sind die Tiere jedoch meist nur anhand von Verfärbungen am Holz oder Kotspuren auf dem Boden nachzuweisen, da sie sich meist in Spalten im Gebälk zurückziehen. Dadurch bleibt ihre Anwesenheit, wie bei vielen anderen Fledermausarten auch, häufig lange unbemerkt. Auch bilden sie meist nur kleine Kolonien mit 20-30 Weibchen.
Zur Überwinterung nutzen sie Höhlen, Stollen und Keller, werden jedoch meist nur durch Zufall entdeckt, da sie einzeln und häufig zurückgezogen in Spalten hängen.
Graue Langohren leben bevorzugt in Siedlungsgebieten und jagen in der ortsnahen Offenlandschaft und im Wald. Dabei bilden Nachtfalter und kleine Käfer ihre Hauptnahrung. Die Flügel und Beine werden abgebissen, Ansammlungen dieser Gliedmaßen deuten also auf den Fraßplatz eines Langohrs hin.

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Das Braune Langohr Plecotus auritus

Gewicht: 5 - 12 g
Körpergröße: 39 - 51 mm
Spannweite: ca. 24 cm

Foto: Christian Jungmann

Motto: „Meine langen Ohren kann ich nach hinten rollen. Wenn ich sitze, sehe ich aus wie ein kleiner Widder.“

Wie das Graue Langohr ist auch das Braune Langohr durch seine großen Ohren unverwechselbar. Im Gegensatz zum Grauen Langohr ist die Felloberseite meist braun bis graubraun und die Unterseite heller braun gefärbt. Die Unterscheidung vom Grauen Langohr ist trotzdem oft problematisch, da die Fellfarbe nicht immer eindeutig ist.
Das Braune Langohr bevorzugt Waldgebiete, offene Baum- und Buschlandschaften. Oft wird es auch in Parks und innerhalb von Ortschaften gefunden. Allgemein scheint es sich aber mehr in Baumlandschaften aufzuhalten als das Graue Langohr. Ihre Sommerquartiere beziehen sie in Baumhöhlen und in Vogel- und Fledermauskästen, aber auch an Gebäuden. Hangplätze auf Dachböden sind schwer auffindbar, sie liegen versteckt in Balkenspalten, im Zwischendach, zwischen gelagerten Gegenständen, oder im Zwischenboden. Einzelne Tiere verbergen sich auch zwischen Latten, Balken und Ziegeln. Die Wochenstuben sind mit nicht mehr als 20 Weibchen eher klein und die Tiere gebären nur ein Junges. Den Winter verbringen sie in Höhlen, Stollen und Kellern, eher selten in Gebäuden.
Sie jagen in Wäldern, an Waldrändern und in Obstgärten, oft auch bei Straßenbeleuchtungen. Im Rüttelflug holen sie sitzende Insekten von Zweigen und Mauern.
Ihre großen Beutetiere tragen sie zu ihren „Fraßplätzen“. Die Beutereste stammen häufig von Eulenfaltern und kleinen Käfern, so wurden im Kot wurden Reste von Schmetterlingen, Raupen, Zweiflüglern (Schnaken, Zuckmücken u.a.), Spinnen, Weberknechten, Hundertfüßern und Käfern identifiziert.

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Die Kleine Bartfledermaus Myotis mystacinus

Gewicht: 5 - 10 g
Körpergröße: 35 - 45 mm
Spannweite: ca. 22 cm

Foto: Francois Schwaab

Motto: „Obwohl ich fast so klein, wie eine Zwergfledermaus bin, habe ich ganz schön viel Temperament. In meinen Spalten entdeckt man mich trotzdem selten.“

Siehe Info der "großen Bartfledermaus".

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Die Große Bartfledermaus Myotis brandtii

Gewicht: 5 - 10 g
Körpergröße: 40 - 52 mm
Spannweite: ca. 22 cm

Foto: Christian Jungmann

Motto: „Zum Verwechseln ähnlich sehe ich der Kleinen Bartfledermaus, da kommen sogar Experten schon mal durcheinander.“

Die Große und die Kleine Bartfledermaus ähneln sich sehr und nur Fachleuten gelingt eine sichere Bestimmung. Bei beiden ist das Fell lang und an der Basis sehr dunkel graubraun, nur die Haarspitzen sind heller gefärbt und gehen ins hellbraune über. Die Bauchseite ist von hellgrauer Farbe. Schnauze, Ohren und Flughäute sind mittel- bis hellbraun.
Auch bei der Wahl des Lebensraumes unterscheiden sich die Arten nur geringfügig voneinander. Insgesamt ist die Große Bartfledermaus seltener in Siedlungen und Städten zu finden und bevorzugt als echte Waldfledermaus eher dichte Baumbestände, aber auch sie nutzt gelegentlich Quartiere in und an Gebäuden. Die Kleine Bartfledermaus ist ebenso in Wäldern zu finden, lebt aber deutlich öfter auch in Parks, Gartenanlagen und Siedlungen. Beide Arten lieben die Wassernähe und jagen dort nach kleinen Fluginsekten.
Die Bartfledermäuse sind echte Spaltenbewohner und nutzen im Sommer schmale Dachritzen, Balkenlöcher und Verstecke hinter Dachlatten. Aber auch Baumhöhlen und Fledermauskästen werden als Wochenstuben genutzt.
Im Winter ziehen sie sich in Stollen und Höhlen zurück, dort sieht man sie freihängend an den Wänden oder versteckt in Spalten.

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Die Wasserfledermaus Myotis daubentonii

Gewicht: 7 - 10 g
Körpergröße: 42 - 55 mm
Spannweite: ca. 24 cm

Foto: A. Zahn

Motto: „Ich jage so knapp über der Wasseroberfläche, dass ich meine Schwanzflughaut als Kescher verwenden kann.“

Die Wasserfledermaus zählt zu den kleineren Arten. Ihr Fell ist oberseits graubraun, unten grauweiß. Die Ohren sind im Vergleich zu anderen Myotis-Arten relativ klein.
Besonders auffällig sind ihre im Verhältnis zum Körper relativ großen Füße. Die Wasserfledermaus bevorzugt wasserreiche Landschaften als Lebensraum, kommt gelegentlich aber auch weitab davon in Wäldern oder Ortschaften vor. Die Füße und die Schwanzflughaut werden oft benutzt, um kleine, nahe über dem Wasser fliegende Insekten von der Oberfläche zu keschern.
Für ihre Wochenstuben nutzt die Wasserfledermaus hauptsächlich Baumhöhlen, Nisthilfen, aber auch enge Spalten unter Dächern und Mauerspalten. Winterquartiere sind typischerweise in Höhlen und Stollen. Dort hängen sie frei oder sitzen versteckt in Ritzen oder im Bodengeröll.

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Die Teichfledermaus Myotis dasycneme

Gewicht: 15-20 g
Körpergröße: 57-61 mm
Spannweite: ca. 28 cm

Foto: Andreas Kiefer

Motto: „Ich komme nur im Winter nach Rheinland-Pfalz. Den Sommer verbringe ich lieber im norddeutschen oder holländischen Tiefland.“

Die Teichfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart mit fahl graubraunem Rückenfell. Das Bauchfell ist dagegen scharf weißlich abgesetzt. Ohren und Flügel sind von graubrauner Farbe. Die Ohren sind lang und spitz zulaufend, wobei der Tragus (Ohrdeckel) für eine Myotis-Art sehr kurz ist. Wie bei der Wasserfledermaus sind auch ihre Füße extrem groß. Die Sommerquartiere der Teichfledermaus befinden sich nicht in Rheinland-Pfalz sondern eher im nördlichen Tiefland. Hier leben sie in Kirchdachböden- und türmen oder hinter Dachverblendungen. Nur zur Überwinterung wandern die Tiere auch nach Rheinland-Pfalz und suchen hier Höhlen oder Stollen auf.
Zur Jagd fliegen die Tiere ganz dicht über der Wasseroberfläche von stillen Gewässern und fangen Köcherfliegen und Zuckmücken.

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Die Bechsteinfledermaus Myotis bechsteinii

Gewicht: 8 - 12 g
Körpergröße: 45 - 53 mm
Spannweite: ca. 28 cm

Foto: Carsten Braun

Motto: „Ich bin ein echter Waldbewohner und verirre mich nur gelegentlich mal an den Rand von Ortschaften.“

Die Bechsteinfledermaus ist eine mittelgroße Art mit auffällig großen Ohren. Das Fell ist oberseitig braun, am Bauch eher weißgrau gefärbt.
Die Bechsteinfledermaus gilt als typische „Waldfledermaus“ und lebt bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, Parkanlagen oder Obstgärten. Für ihre Sommerquartiere nutzt sie Baumhöhlen, Vogelnist- und Fledermauskästen. Nur ausnahmsweise ist die Bechsteinfledermaus in Gebäuden zu finden. Sie überwintert unterirdisch, z.B. in Felshöhlen. Dort hängt sie frei an der Decke oder an senkrechten Wänden.
Typisch für die Bechsteinfledermaus sind die häufigen Quartierwechsel, die auch mit Jungen und ohne erkennbare Störungen durchgeführt werden. Dabei teilen sich lokale Populationen in kleine Gruppen auf, um sich gelegentlich wieder zu vereinen. In einem für sie geeigneten Habitat müssen also immer mehrere Baumhöhlen oder Nistkästen zur Verfügung stehen. Die Wochenstuben sind eher klein und erreichen selten mehr als 20 Tiere.
Im Jagdflug werden hauptsächlich Schmetterlinge und Zweiflügler (Schnaken u.a.) gefangen. Sie kann aber auch Laufkäfer, Zikaden, Spinnen oder Hundertfüßer vom Boden aufnehmen.

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Die Fransenfledermaus Myotis nattereri

Gewicht: 5 - 10 g
Körpergröße: 41 - 50 mm
Spannweite: ca. 25 cm

Foto: A. Zahn

Motto: „Weil ich ein echter Fliegenfänger bin, lebe ich auch mal in unverputzten Hohlblocksteinen im Kuhstall.“

Die Fransenfledermaus ist mit einer Spannweite um 25 cm eine mittelgroße Fledermausart. Das Fell ist ähnlich dem des Großen Mausohrs am Rücken graubraun gefärbt und bauchseitig etwas heller. Den Namen verdankt sie ihren gekrümmten, steifen Haaren („Fransen“) am Hinterrand der Schwanzflughaut. Charakteristisch ist der S-förmig gebogene Sporn.
Fransenfledermäuse bewohnen ausgedehnte, wasserreiche Waldgebiete und abwechslungsreiche Obstlandschaften. Gelegentlich kommen sie auch in Ortschaften vor. Sie jagen meist nach Fluginsekten können aber auch sitzende Insekten von Zweigen ablesen.
Fransenfledermäuse bilden meist kleinere Wochenstuben in Baumhöhlen und Nisthilfen. In Spalten an Gebäuden ist sie seltener zu finden. Als Winterquartiere nutzen die Tiere Höhlen und Stollen, dort verkriechen sie sich so tief in die Spalten. Dass sie oft unentdeckt bleiben

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Die Wimperfledermaus Myotis emarginatus

Gewicht: 7-10 g
Körpergröße: 44-50 mm
Spannweite: ca. 23 cm

Foto: Christian Jungmann

Motto: „Ich gehöre zu den rheinland-pfälzischen Sorgenkindern, denn mich findet man hier nur noch selten.“

Die Wimperfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart mit rot- bis graubraunem, wolligem Fell auf der Oberseite. Die Körperunterseite ist heller gefärbt. Am Rand der Schwanzflughaut sind feine Härchen (Wimpern) zu finden.
Wimperfledermäuse bevorzugen klimatisch milde, offene Busch- und Waldlandschaften oder parkähnliche Anlagen, wo sie nach Schmetterlingen, Raupen, Netz-, Zwei- und Hautflüglern jagen. Als Sommerquartiere beziehen sie sowohl Dachböden als auch warme Höhlen, dabei ist auch die Wahl von hellen Räumen keine Seltenheit. Die Weibchen bekommen ein Junges und bilden manchmal große Wochenstuben. Zur Überwinterung nutzen sie Spalten in Höhlen und Stollen oder hängen dort frei an den Wänden.

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Das Große Mausohr Myotis myotis

Gewicht: 20-40 g
Körpergröße: 65-80 mm
Spannweite: ca. 40 cm

Foto: Francois Schwaab

Motto: „Ich bin zwar die größte Fledermausart in Deutschland, weil ich aber gerne im Wald jage bekommt man mich trotzdem selten zu Gesicht.“

Das Große Mausohr ist die größte einheimische Fledermausart. Neben ihrer Körpergröße machen die recht großen Ohren und das graubraune Rückenfell das Mausohr unverwechselbar.
In Mitteleuropa sind Große Mausohren ausgesprochene Kulturfolger. Vor allem bei der Wahl ihrer Sommerquartiere sind die Tiere hochgradig auf eine Duldung durch den Menschen angewiesen. Denn die Weibchen des Großen Mausohrs bilden ihre Wochenstuben meist in großen, dunklen Dachräumen oder Kirchtürmen, die wenig begangen werden. Dies kann für die Besitzer des Quartiers eine beträchtliche Belastung bedeuten, da sich zur Aufzucht der Jungtiere mehrere hundert bis tausend Weibchen zusammen schließen. Bei solch großen Kolonien kommt es nicht nur zu einer enormen Geräuschkulisse durch die häufigen Sozialrufe der Tiere, vielmehr noch wird die große Menge an Kot, die sich in den wenigen Monaten ihrer Anwesenheit am Boden ansammelt, zum Problem. Hier ist ein besonderer Einsatz der Fledermausschützer nötig, um die Quartierbesitzer zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen Problemlösungen zu entwickeln und durchzuführen. Nur so kann ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Fledermaus ermöglicht werden.
Den Winter verbringen die Großen Mausohren hingegen an frostsicheren Hangplätzen in feuchten Felshöhlen, Stollen, Kellern oder auch Hohlräumen in Brücken.
Mausohren jagen große, meist bodenbewohnende Arthropoden (= Gliederfüßer). Laufkäfer, direkt vom Boden aufgenommen, stellen die Hauptnahrung dar. Maikäfer, Mistkäfer, Dungkäfer, Heuschrecken, Heimchen, Maulwurfsgrillen, Schnaken, bodenbewohnende Spinnen und seltener Schmetterlinge können den Speisezettel ergänzen. Das Jagdgebiet: unterholzarme Laubwälder, Waldränder oder auch abgeerntete Felder.

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Die Große Hufeisennase Rhinolophus ferrumequinum

Gewicht: 18-24 g
Körpergröße: 57-71 mm
Spannweite: 35-40 cm

Foto: Manfred Weishaar

Motto: „Leider finde ich in Deutschland fast keine geeigneten Sommerquartiere mehr, daher gibt es mich hier fast gar nicht mehr. Nach Rheinland-Pfalz komme ich nur noch ganz selten, um Winterschlaf zu halten.“

Die Große Hufeisennase fällt, wie alle Hufeisennasen, durch die hufeisenförmige Hautfalte auf dem Nasenrücken auf. Sie dient der hochspezialisierten Echoortung dieser Tiere, bei der die Ortungslaute durch die Nase abgesandt und durch die besagte Hautfalte gebündelt und gerichtet werden. Neben der Kleinen Hufeisennase ist sie die einzige Hufeisennase, die in Deutschland vorkommt. Beide Arten sind aber bundesweit akut vom Aussterben bedroht. Die Kleine Hufeisennase ist bereits seit den 80er Jahren aus Rheinland-Pfalz verschwunden, wenngleich sie deutschlandweit noch etwas häufiger ist, als ihre größere Verwandte.
Das Rückenfell der Großen Hufeisennase ist braun bis graubraun, wovon sich die grauweiße Unterseite nur leicht absetzt. Im nördlichen Verbreitungsgebiet, befinden sich ihre Sommerquartiere fast ausschließlich in Dachräumen oder ähnlichen, warmen Quartieren. Wohingegen die Art im südlichen Verbreitungsgebiet vor allem in Höhlen und Stollen den Sommer verbringt. Die Winter verbringt die Große Hufeisennase in Höhlen, die Temperaturen von meist über 7°C aufweisen. In Rheinland-Pfalz werden von dieser Art nur noch vereinzelte Tiere in Winterquartieren gefunden. Sommerquartiere sind keine mehr bekannt. Die letzte kleine und isolierte Wochenstube in Deutschland befindet sich in der Oberpfalz. In Wochenstuben der Großen Hufeisennase können sich 20-200 Tiere zusammenfinden, im Süden kommen aber auch schon mal 1000 Weibchen zusammen.
Sie jagt vornehmlich Käfer und Nachtfalter und fliegt dabei sehr langsam und in geringer Höhe dicht an der Vegetation. Bei geringer Insektendichte führen Hufeisennasen eine Wartejagd durch, d.h. sie hängen an einer exponierten Stelle und erwarten ihre vorbeifliegende Beute. Erst wenn diese detektiert wird, beginnt die Jagd.

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Quartiermeldungen in Rheinland-Pfalz.

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